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Der Globale Fonds - GFATM

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Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ist ein Schlüsselinstrument, um ein Ende von Aids bis 2030 zu erreichen

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) ist eines der wichtigsten Finanzierungsinstrumente für Präventions- und Behandlungsprogramme zu diesen Krankheiten. Nur wenn der Fonds über ausreichende Finanzmittel verfügt, kann es uns gelingen, die verheerendsten Epidemien unter Kontrolle zu bringen. Die Programme des Fonds tragen auch zur Gesundheitssystemstärkung, zur Mütter- und Kindergesundheit, der Geschlechtergerechtigkeit, dem Erreichen von marginalisierten Bevölkerungsgruppen und dem Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung bei.

Der Globale Fonds stellt 25 % der internationalen Mittel für HIV-Programme bereit. Seit dem Höhepunkt der Epidemie im Jahr 2004 sind AIDS-bedingte Todesfälle in unseren Partnerländern um 68 % zurückgegangen. Acht Länder haben die „90-90-90“2-Ziele übertroffen, die UNAIDS für 2020 bezüglich Tests und Behandlungen definiert hat; die meisten Länder haben diese Ziele allerdings nicht erreicht. Obwohl mehr Menschen denn je behandelt werden, geht die Zahl der Infektionen nicht schnell genug zurück – und COVID-19 hat wichtige Testund Präventionsmaßnahmen unterbrochen, insbesondere in den Bevölkerungsgruppen, die am stärksten von einer HIV-Infektion bedroht sind. 

Der Globale Fonds stellt 77 % der internationalen Gelder für TuberkuloseProgramme zur Verfügung. Die Zahl der TB-Todesfälle (Menschen mit HIV nicht eingerechnet) ist in unseren Partnerländern seit 2002 um 28 % zurückgegangen. Gemeinsam mit technischen Partnern und den Ländern finden wir immer mehr unentdeckte Fälle – Menschen, deren TB bis dahin nicht diagnostiziert, nicht behandelt und nicht gemeldet wurde. COVID-19 hat diese positive Entwicklung 2020 jedoch stark beeinträchtigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Tuberkulosetests und -behandlungen deutlich gesunken.

Der Globale Fonds stellt 56 % der internationalen Mittel für Malaria-Programme bereit. Die Zahl der Malaria-Todesfälle ist in unseren Partnerländern seit 2002 um 45 % gesunken. Neue Entwicklungen kommen den Programmen zugute, darunter verbesserte, mit Insektiziden behandelte Moskitonetze und Pilotprojekte für einen neuen Malaria-Impfstoff für Kinder. Während der COVID-19-Pandemie konnten Maßnahmen gegen Malaria erfolgreich angepasst werden, zum Beispiel über die Art der Verteilung von Moskitonetzen sowie den Einsatz präventiver Therapien für Kleinkinder. Die Ergebnisse in der Malaria-Eindämmung blieben weitgehend konstant – Fortschritte gab es jedoch nicht. 

Belastbare und nachhaltig funktionierende Gesundheitssysteme bilden die Grundlage für die Eindämmung aktueller Infektionskrankheiten und sind Voraussetzung, um künftigen Pandemien vorzubeugen, sich auf sie vorzubereiten und auf sie zu reagieren. Der Globale Fonds investiert jährlich mehr als 1 Milliarde US-Dollar in die Stärkung von Gesundheitssystemen – und ist damit weltweit der größte multilaterale Geber von Zuschüssen in diesem Bereich. Die meisten unserer Partnerländer waren sofort in der Lage, auf COVID-19 zu reagieren, denn sie konnten die Labore, die Methoden zur Krankheitsüberwachung (surveillance), ihre Netzwerke auf Gemeindeebene, geschultes Gesundheitspersonal sowie die Versorgungsketten einsetzen, die zur Eindämmung von HIV, Tuberkulose und Malaria aufgebaut wurden. Um bestehende Epidemien in den Griff zu kriegen, binden der Globalen Fonds und seine Partner zudem die wichtigen Erfahrungen und das Wissen der Gemeinschaften ein. Dazu gehört auch der Abbau menschenrechtlicher und geschlechtsspezifischer Barrieren, um sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zu den Gesundheitsleistungen haben, die sie brauchen.

Ein Ende von Aids ist kein Wunschdenken.  Die dafür notwendigen Strategien und Instrumente sind bekannt  -  sie müssen nur ausreichend finanziert und konsequent umgesetzt werden. Eine unabdingbare Voraussetzung ist, dass alle wirtschaftlich besser gestellten Staaten einen fairen Beitrag für den Globalen Fonds leisten. Die Beteiligung Deutschlands an der Finanzierung des Fonds bleibt seit Jahren weit unter dem notwendigen - und vor allem für das europäische Land mit der größten Volkswirtschaft erforderlichen - Niveau. 

2019 sagte Deutschland für die 6. Wiederauffüllungskonferenz für den Zeitraum bis 2022 eine Milliarde Euro zu. 2020 kamen Sonderzahlungen in Höhe von 150 Mio € für den vom GF eingerichteten Covid-19-Krisenreaktionsmechanismus (Covid-19 RM) zur Eindämmung der Pandemie hinzu, in 2021 nochmals 140 Mio. €. Der Mehrbedarf zur Bewältigung der Covid-19 Pandemie ist jedoch unabhängig vom Bedarf für die Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria zu betrachten. Dieser Mehrbedarf darf nicht über das Kernbudget für die Programme des Globalen Fonds gedeckt werden.

Für die 7. Wiederaufüllungskonferenz berechnen wir den Fairen Share Beitrag Deutschlands mit 1,8 Mrd Euro 


 

Aktionsbündnis gegen AIDS, 2022