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GFATM 2022

7. Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria

Results report Cover - globaler Fonds

Für die siebte Wiederauffüllung benötigt der Globale Fonds mindestens 18 Milliarden US-Dollar. Dies ist das Minimum, das erforderlich ist, um die Welt wieder auf den Weg zur Beendigung von HIV, Tuberkulose und Malaria zu bringen, widerstandsfähige und nachhaltige Gesundheitssysteme aufzubauen und die Bereitschaft für Pandemien zu stärken, damit die Welt gerechter und sicherer vor künftigen Bedrohungen wird. 44 Millionen Menschenleben konnten bis Ende 2020 durch Programme gerettet werden, die der Globale Fonds unterstützt. In seinen Partnerländern ging die Zahl der durch AIDS, Tuberkulose und Malaria verursachten Todesfälle seit 2002 um 46 % zurück. Ermöglicht wurde dies durch den unermüdlichen Einsatz ganz unterschiedlicher Akteur*innen, mit denen der Globale Fonds zusammenarbeitet – darunter Regierungen, multilaterale Organisationen, bilaterale Partner, zivilgesellschaftliche Gruppen, Menschen, die von den Krankheiten betroffen sind, sowie der Privatsektor. Dennoch: Die Folgen der COVID-19-Pandemie haben sich im letzten Jahr verheerend ausgewirkt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Globalen Fonds haben sich die Ergebnisse der HIV-, Tuberkulose- und Malaria-Programme verschlechtert. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und HIV, Tuberkulose und Malaria zu beenden, müssen wir auch COVID-19 eindämmen – und dringend die Gesundheitssysteme stärken, die erforderlich sind, um den Pandemien von heute zu begegnen und uns für kommende zu wappnen.

Investitionen im HIV-Bereich: Der Globale Fonds stellt 25 % der internationalen Mittel für HIV-Programme bereit. Seit dem Höhepunkt der Epidemie im Jahr 2004 sind AIDS-bedingte Todesfälle in unseren Partnerländern um 68 % zurückgegangen. Acht Länder haben die „90-90-90“2-Ziele übertroffen, die UNAIDS für 2020 bezüglich Tests und Behandlungen definiert hat; die meisten Länder haben diese Ziele allerdings nicht erreicht. Obwohl mehr Menschen denn je behandelt werden, geht die Zahl der Infektionen nicht schnell genug zurück – und COVID-19 hat wichtige Testund Präventionsmaßnahmen unterbrochen, insbesondere in den Bevölkerungsgruppen, die am stärksten von einer HIV-Infektion bedroht sind. 

Investitionen zur Bekämpfung von Tuberkulose: Der Globale Fonds stellt 77 % der internationalen Gelder für TuberkuloseProgramme zur Verfügung. Die Zahl der TB-Todesfälle (Menschen mit HIV nicht eingerechnet) ist in unseren Partnerländern seit 2002 um 28 % zurückgegangen. Gemeinsam mit technischen Partnern und den Ländern finden wir immer mehr unentdeckte Fälle – Menschen, deren TB bis dahin nicht diagnostiziert, nicht behandelt und nicht gemeldet wurde. COVID-19 hat diese positive Entwicklung 2020 jedoch stark beeinträchtigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Tuberkulosetests und -behandlungen deutlich gesunken.

Investitionen zur Bekämpfung der Malaria: Der Globale Fonds stellt 56 % der internationalen Mittel für Malaria-Programme bereit. Die Zahl der Malaria-Todesfälle ist in unseren Partnerländern seit 2002 um 45 % gesunken. Neue Entwicklungen kommen den Programmen zugute, darunter verbesserte, mit Insektiziden behandelte Moskitonetze und Pilotprojekte für einen neuen Malaria-Impfstoff für Kinder. Während der COVID-19-Pandemie konnten Maßnahmen gegen Malaria erfolgreich angepasst werden, zum Beispiel über die Art der Verteilung von Moskitonetzen sowie den Einsatz präventiver Therapien für Kleinkinder. Die Ergebnisse in der Malaria-Eindämmung blieben weitgehend konstant – Fortschritte gab es jedoch nicht. 

Stärkung der Gesundheitssysteme: Belastbare und nachhaltig funktionierende Gesundheitssysteme bilden die Grundlage für die Eindämmung aktueller Infektionskrankheiten und sind Voraussetzung, um künftigen Pandemien vorzubeugen, sich auf sie vorzubereiten und auf sie zu reagieren. Der Globale Fonds investiert jährlich mehr als 1 Milliarde US-Dollar in die Stärkung von Gesundheitssystemen – und ist damit weltweit der größte multilaterale Geber von Zuschüssen in diesem Bereich. Die meisten unserer Partnerländer waren sofort in der Lage, auf COVID-19 zu reagieren, denn sie konnten die Labore, die Methoden zur Krankheitsüberwachung (surveillance), ihre Netzwerke auf Gemeindeebene, geschultes Gesundheitspersonal sowie die Versorgungsketten einsetzen, die zur Eindämmung von HIV, Tuberkulose und Malaria aufgebaut wurden. Um bestehende Epidemien in den Griff zu kriegen, binden der Globalen Fonds und seine Partner zudem die wichtigen Erfahrungen und das Wissen der Gemeinschaften ein. Dazu gehört auch der Abbau menschenrechtlicher und geschlechtsspezifischer Barrieren, um sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zu den Gesundheitsleistungen haben, die sie brauchen.

Als Aktionsbündnis gegen AIDS treten wir im Rahmen der 7. Wiederauffüllungskonferenz dafür ein, dass Deutschland einen fairen Beitrag zu weiteren Finanzierung des Globalen Fonds leistet

Aktionsbündnis gegen AIDS, 2022