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Welt-AIDS-Konferenz 2026

Globale HIV-Arbeit vor großen Bewährungsproben

Foto Rio de Janeiro: Peter Wiessner + AIDS 2026 logo © International AIDS Society. Artwork by Auá Mendes.

Vom 26. bis 31. Juli 2026 findet in Rio de Janeiro die 26. Welt-AIDS-Konferenz (International AIDS Conference - AIDS 2026) statt.

Als weltweit größte Konferenz zu HIV und Aids bringt sie Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Communities zusammen, um aktuelle Erkenntnisse auszutauschen und über die Zukunft der globalen HIV-Bekämpfung zu beraten.

Die Konferenz findet nur wenige Wochen nach dem Hochrangigen Treffen der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS statt. Dort verabschiedeten die Mitgliedstaaten eine neue Politische Deklaration zur globalen HIV-Strategie. Trotz schwieriger Verhandlungen konnten zentrale Grundsätze einer menschenrechtsbasierten HIV-Politik darin bewahrt werden.

Doch politische Erklärungen entfalten nur dann Wirkung, wenn ihnen konkretes Handeln folgt. Die Konferenz bietet deshalb den Rahmen, um zu diskutieren, wie auf die tiefgreifenden Umbrüche in der globalen Gesundheit, die zunehmende Entsolidarisierung und den dramatischen Rückgang internationaler Gesundheitsfinanzierung reagiert werden kann. Der Konferenztitel bringt diesen Anspruch auf den Punkt: "Rethink. Rebuild. Rise."

Zugleich geht es darum, die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte zu sichern. Denn weltweit sterben jedes Jahr noch immer rund 570.000 Menschen an den Folgen von Aids, und etwa 1,2 Millionen Menschen infizieren sich neu mit HIV. Mehr als die Hälfte aller Neuinfektionen ereignet sich inzwischen außerhalb Subsahara-Afrikas - ein Hinweis auf veränderte Dynamiken der Epidemie.

Vor dem Hintergrund einer beispiellosen Finanzierungskrise stehen insbesondere die Zukunft der globalen Gesundheitsarchitektur, der gerechte Zugang zu Innovationen in Prävention und Behandlung, die Stärkung community-geführter Ansätze sowie die Auswirkungen von Kriminalisierung, Diskriminierung und gesellschaftlichem Ausschluss auf die HIV-Antwort im Mittelpunkt der Konferenz. Als Gastgeberland rücken zudem Brasilien und die Region Lateinamerika mit ihren spezifischen Erfahrungen und Herausforderungen stärker in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit.

„Die Welt-AIDS-Konferenz findet in einem Moment statt, in dem die globale HIV-Arbeit vor einer ihrer größten Bewährungsproben seit Jahrzehnten steht. Wissenschaftliche Durchbrüche wie das langwirksame Präventionsmittel Lenacapavir geben Anlass zur Hoffnung - vorausgesetzt, sie erreichen auch die Menschen, die sie am dringendsten benötigen. Innovationen, die diejenigen nicht erreichen, die sie brauchen, sind keine Innovationen, sondern Ausdruck globaler Ungerechtigkeit“, sagt Tilman Rüppel, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen AIDS.

„Gleichzeitig beobachten wir eine besorgniserregende Verschiebung der HIV-Epidemie. Erstmals seit Beginn der HIV-Pandemie findet mehr als die Hälfte aller Neuinfektionen außerhalb Subsahara-Afrikas statt. Das zeigt, dass die Epidemie zunehmend in Regionen an Dynamik gewinnt, in denen Menschenrechte eingeschränkt und Community-Strukturen häufig unter Druck stehen. Gerade deshalb braucht es ein starkes UNAIDS mit einem klaren Mandat und einer eindeutigen Aufgabenverteilung. Eine Schwächung im Zuge des laufenden UN-Reformprozesses wäre das falsche Signal und würde die globale HIV-Arbeit erheblich gefährden“, ergänzt Rüppel.

Nach Angaben von UNAIDS gingen die weltweiten Mittel für Entwicklungszusammenarbeit 2025 so stark zurück wie nie zuvor. In vielen Ländern mussten medizinische Versorgung, HIV-Beratungs- und Präventionsangebote sowie community-geführte Gesundheitsdienste bereits erheblich eingeschränkt werden.

„Die weltweiten Fortschritte der HIV-Arbeit, wie sie auch durch den Globalen Fonds finanziert und ermöglicht wurden, sind durch die aktuellen Kürzungen akut bedroht. Sie sind nicht das Ergebnis staatlicher Initiativen allein, sondern wurden maßgeblich mit und von Communities ermöglicht. Menschen mit HIV und zivilgesellschaftliche Organisationen haben Regierungen zum Handeln gedrängt und den Zugang zu Prävention, Behandlung und Versorgung entscheidend verbessert. Wer heute ausgerechnet das Engagement der Communities finanziell schwächt, untergräbt die Grundlage dieser Erfolge und setzt die Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte aufs Spiel“, sagt Klaus Koch, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen AIDS.

Für das Aktionsbündnis gegen AIDS nehmen Peter Wiessner und Johanna Fipp an der Welt-AIDS-Konferenz teil. Während der Konferenz werden wir regelmäßig über die wichtigsten Entwicklungen aus Rio de Janeiro berichten.

Für Hintergrundgespräche stehen wir gerne zur Verfügung.

Pressekontakt

Peter Wiessner
Aktionsbündnis gegen AIDS e. V.
wiessner@aktionsbuendnis-aids.de

Tel: +49 176 82 188 269 (WhatsApp)  

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