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HIV und Aids: Aktuelle Daten & Fakten

Wissensstand 2026

HIV und Aids: Aktuelle Daten & Fakten_Grafik_Aktionsbündnis gegen AIDS

In den letzten Jahrzehnten wurden bei Prävention und Behandlung von HIV große Fortschritte erzielt. Dennoch infizieren sich weiterhin mehr als eine Million Menschen pro Jahr mit HIV, Hunderttausende sterben an AIDS-bedingten Erkrankungen und insbesondere bei Kindern bestehen weiterhin große Versorgungslücken.

Im Jahr 2025 (neueste verfügbare Daten, veröffentlicht 2026)

Globale HIV-Zahlen 2025

41,0 Millionen [35,3–47,5 Mio.] Menschen lebten 2025 weltweit mit HIV.
1,2 Millionen [950.000–1,7 Mio.] Menschen infizierten sich 2025 neu mit HIV.
570.000 [430.000–780.000] Menschen starben an AIDS-bedingten Erkrankungen.
32,1 Millionen [28,2–33,4 Mio.] Menschen hatten Zugang zu antiretroviraler Therapie (ART).
Seit Beginn der HIV-Epidemie haben sich 92,0 Millionen [70,2–123,5 Mio.] Menschen mit HIV infiziert.
44,2 Millionen [33,8–61,1 Mio.] Menschen sind seit Beginn der Epidemie an AIDS-bedingten Erkrankungen gestorben.

Menschen mit HIV

2025 lebten weltweit 41,0 Millionen Menschen mit HIV:

39,7 Mio. Erwachsene ab 15 Jahren
1,3 Mio. Kinder im Alter von 0–14 Jahren
53 % aller Menschen mit HIV waren Frauen und Mädchen
88 % kannten ihren HIV-Status
Rund 5,0 Mio. Menschen wussten nicht, dass sie mit HIV lebten

Zugang zu HIV-Behandlung

2025 erhielten 78 % aller Menschen mit HIV eine antiretrovirale Therapie.

Erwachsene ab 15 Jahren: 79 %
Kinder (0–14 Jahre): 55 %
Frauen ab 15 Jahren: 84 %
Männer ab 15 Jahren: 74 %
87 % der schwangeren Frauen mit HIV erhielten antiretrovirale Medikamente zur Verhinderung einer HIV-Übertragung auf ihr Kind.

Damit hatten weltweit rund 9 Millionen Menschen mit HIV keinen Zugang zu antiretroviraler Therapie. Besonders groß bleibt die Versorgungslücke bei Kindern: 45 % der Kinder mit HIV erhielten keine ART.

Neue HIV-Infektionen

Seit dem Höchststand 1994 sind die HIV-Neuinfektionen um 65 % zurückgegangen:

1994: 3,5 Mio. [2,7–4,7 Mio.]
2025: 1,2 Mio. [950.000–1,7 Mio.]

Seit 2010 gingen die Neuinfektionen um 42 % zurück – von 2,1 Mio. auf 1,2 Mio.
Frauen und Mädchen machten 2025 44 % aller HIV-Neuinfektionen aus.
Bei Kindern gingen die Neuinfektionen seit 2010 um 69 % zurück:

2010: 300.000 [200.000–450.000]
2025: 93.000 [63.000–140.000]

Trotz dieser Fortschritte weist UNAIDS darauf hin, dass der Rückgang der HIV-Neuinfektionen bei Kindern in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten ist.

AIDS-bedingte Todesfälle

Seit dem Höchststand 2004 sind die AIDS-bedingten Todesfälle um 73 % zurückgegangen.
Seit 2010 beträgt der Rückgang 57 %.
2025 starben weltweit rund 570.000 Menschen [430.000–780.000] an AIDS-bedingten Erkrankungen.
Zum Vergleich:

2004: 2,1 Mio. [1,6–3,0 Mio.]
2010: 1,3 Mio. [1,0–1,8 Mio.]

Seit 2010 sank die AIDS-bedingte Sterblichkeit bei Frauen und Mädchen um 60 % und bei Männern und Jungen um 55 %.
Auch 2025 starb weltweit etwa jede Minute ein Mensch an HIV-bedingten Ursachen.

Besonders von HIV betroffene Gruppen

Marginalisierung, Diskriminierung und teilweise Kriminalisierung erhöhen das HIV-Risiko bestimmter Bevölkerungsgruppen erheblich. Im Vergleich zu allen Erwachsenen im Alter von 15–49 Jahren war das Risiko einer HIV-Infektion 2025:

bei schwulen Männern und anderen Männern, die Sex mit Männern haben: 18-mal höher
bei Sexarbeiter*innen: 17-mal höher
bei Menschen, die Drogen injizieren: 34-mal höher
bei trans Frauen: 17-mal höher

Unter Menschen in Gefängnissen und anderen geschlossenen Einrichtungen war die HIV-Prävalenz doppelt so hoch wie in der erwachsenen Gesamtbevölkerung.

Fortschritt beim 95–95–95-Ziel

Das internationale 95–95–95-Ziel bedeutet: 95 % aller Menschen mit HIV kennen ihren Status, 95 % der diagnostizierten Menschen erhalten eine Therapie und 95 % der Menschen in Behandlung sind virussupprimiert.

2025 lagen die Werte weltweit bei:

88 % der Menschen mit HIV kannten ihren Status.
89 % der Menschen mit bekanntem HIV-Status erhielten eine Behandlung.
95 % der Menschen in Behandlung waren virussupprimiert.

Bezogen auf alle Menschen mit HIV bedeutet dies:

88 % kannten ihren HIV-Status.
78 % erhielten eine Behandlung.
74 % waren virussupprimiert.

Bei Kindern bestehen weiterhin besonders große Lücken. Die Werte für Kinder von 0–14 Jahren lagen bei 65 % – 84 % – 85 %. Bei erwachsenen Frauen waren es 91 % – 92 % – 95 %, bei erwachsenen Männern 86 % – 86 % – 95 %.

Finanzierung

Die Finanzierung der globalen HIV-Arbeit steht zunehmend unter Druck.

Ende 2025 standen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen 17,6 Milliarden US-Dollar für die HIV-Bekämpfung zur Verfügung.
Benötigt werden nach UNAIDS jährlich 21,9 Milliarden US-Dollar bis 2030, um AIDS als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit beenden zu können.
Damit lagen die verfügbaren Mittel 2025 rund 20 % unter dem benötigten Niveau.
Rund 60 % der verfügbaren Mittel stammten aus nationalen Quellen.
Die nationale Finanzierung stieg 2025 um 4 %.
Mehr als 55 Länder haben seit 2025 Pläne angekündigt, ihre nationalen HIV-Budgets zu erhöhen.
Gleichzeitig gingen die internationalen Mittel für die HIV-Bekämpfung um 18 % zurück – der stärkste Rückgang seit fast zwei Jahrzehnten.

Quelle: UNAIDS, Global HIV & AIDS statistics Fact Sheet 2026, epidemiologische Schätzungen und Finanzschätzungen, Juli 2026. Die Daten basieren auf Meldungen aus 172 Ländern für das Jahr 2025. Bei den globalen und regionalen HIV-Zahlen handelt es sich um UNAIDS-Schätzungen; die angegebenen Spannbreiten geben die Unsicherheitsintervalle wieder.

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