Offener Brief an den Bundeskanzler
Die G7 müssen entschlossen auf den Ebola-Ausbruch reagieren

Gemeinsam mit action medeor, der BUKO Pharma-Kampagne, dem Kindermissionswerk Die Sternsinger, der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), dem Deutschen Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs), Difäm, German Doctors, HelpAge Deutschland, medmissio und Save the Children fordern wir die Bundesregierung auf, sich beim bevorstehenden G7-Gipfel für eine koordinierte und dem Ausmaß der Krise angemessene internationale Antwort einzusetzen.
Die G7 müssen entschlossen handeln
Wenige Wochen vor dem diesjährigen G7-Gipfel appellieren deutsche Organisationen aus den Bereichen globale Gesundheit, Entwicklungszusammenarbeit und Gesundheitsgerechtigkeit an die Bundesregierung, den aktuellen Ebola-Ausbruch auf die politische Agenda der G7 zu setzen und konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie zu unterstützen. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz unterstützen wir die Forderungen der C7 Global Health Working Group, einer Engagement Group der G7 mit zivilgesellschaftlichen Organisationen aus aller Welt. Gemeinsam fordern wir die Bundesregierung auf, sich für eine koordinierte und dem Ausmaß der Krise angemessene internationale Antwort einzusetzen.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch hat sich innerhalb weniger Wochen nach seiner Entdeckung zu einer der am schnellsten wachsenden Ebola-Epidemien der jüngeren Geschichte entwickelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet von Dutzenden bestätigten Todesfällen sowie Hunderten weiteren Todesfällen, die derzeit untersucht werden. Die Situation erfordert entschlossenes und koordiniertes Handeln der internationalen Gemeinschaft.
Internationale Solidarität statt verspäteter Reaktion
Epidemien machen nicht an nationalen Grenzen halt. Mehrere G7-Mitgliedstaaten haben bereits zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Bekämpfung des Ausbruchs angekündigt. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich diesen Bemühungen anzuschließen und gemeinsam mit ihren Partnern einen substantiellen Beitrag zur internationalen Reaktion zu leisten. Zugleich macht der aktuelle Ausbruch deutlich, wie wichtig Investitionen in Überwachung, Prävention, Vorsorge und Reaktionskapazitäten sind. Statt neue Parallelstrukturen aufzubauen, müssen Regierungen bestehende Netzwerke, Gesundheitseinrichtungen und Fachkräfte in den betroffenen Ländern gezielt stärken. Mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung können nationale Programme ihre bewährte Arbeit wirksam auf die Prävention und Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen ausweiten.
Gesundheitssysteme stärken und Forschung fördern
Die jüngsten Kürzungen internationaler Gesundheits- und Entwicklungsbudgets haben die Fähigkeit vieler Länder geschwächt, auf Gesundheitskrisen wirksam zu reagieren. Um widerstandsfähige Gesundheitssysteme aufzubauen, müssen Regierungen Entwicklungszusammenarbeit und Investitionen in essenzielle Gesundheitsdienste ausweiten. Darüber hinaus müssen Staaten Forschung und Entwicklung stärker fördern, damit Impfstoffe, Diagnostika, Therapeutika und weitere Präventionsinstrumente schneller verfügbar werden. Regierungen und internationale Partner müssen zudem den Schutz von Gesundheitsfachkräften gewährleisten, die unter schwierigen Bedingungen Erkrankte versorgen und zur Eindämmung des Ausbruchs beitragen.Wir warnen davor, dass sich die Ebola-Bundibugyo-Epidemie ohne eine koordinierte und ausreichend finanzierte Reaktion weiter ausbreiten könnte. Dies würde zusätzliche Menschenleben kosten, Gesundheitssysteme überlasten, wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität gefährden und die globale Gesundheitssicherheit schwächen.
Deshalb appellieren wir an die G7-Staaten, im Rahmen des bevorstehenden Gipfels eine gemeinsame und ambitionierte Antwort auf die Krise zu vereinbaren und die notwendigen finanziellen und politischen Zusagen für ihre Umsetzung bereitzustellen.
Den vollständigen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz finden Sie hier als Download.


