Zivilgesellschaftliche Prioritäten
Globale Communities fordern zum UNHLM on HIV Menschenrechte, nachhaltige Finanzierung, Gesundheitsgerechtigkeit und politische Verantwortung

Zivilgesellschaftliche Netzwerke und community-geführte Organisationen aus allen Weltregionen haben gemeinsame Prioritäten für das Hochrangige Treffen der Vereinten Nationen zu HIV/Aids 2026 veröffentlicht. Das Papier entstand im Nachgang des UN Multi-Stakeholder Hearings am 14.05.2026 und basiert auf umfassenden Konsultationen mit Menschen mit HIV, Schlüsselgruppen sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen weltweit. Als Aktionsbündnis gegen AIDS und Mitglied der Multi-Stakeholder-Taskforce waren wir sowohl an der Vorbereitung des Hearings als auch an der Entwicklung dieser Prioritäten beteiligt. Ziel ist es, im Vorfeld des UNHLM Einfluss auf die Positionierung einzelner Staaten im Hinblick auf die zu verabschiedende Deklaration zu nehmen.
Die Erklärung macht deutlich: Die Welt ist derzeit nicht auf Kurs, Aids bis 2030 als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit zu beenden. Wachsende Ungleichheiten, schwindende internationale Solidarität, Kriminalisierung und zunehmende Angriffe auf Menschenrechte gefährden zentrale Fortschritte der globalen HIV-Antwort. Gefordert wird deshalb eine erneuerte politische Verpflichtung zu Community Leadership, Menschenrechten, nachhaltiger Finanzierung, gendertransformativen Ansätzen sowie einem gerechten Zugang zu Prävention, Behandlung, Versorgung und Innovationen.
Zu den zentralen Forderungen gehören unter anderem:
- die ausdrückliche Benennung und der Schutz von Schlüsselgruppen,
- langfristige Finanzierung community-geführter HIV-Arbeit,
- die Entkriminalisierung von Menschen mit HIV und betroffenen Gruppen,
- der Abbau von Stigma, Diskriminierung und strukturellen Ungleichheiten,
- ein gerechter Zugang zu Medikamenten und neuen Technologien,
- die Stärkung von UNAIDS und multilateraler Zusammenarbeit,
- die Integration von HIV in humanitäre Krisen- und Notfallkontexte
- sowie der gleichberechtigte Zugang zu HIV-Prävention, Behandlung und Harm Reduction in Haft und anderen geschlossenen Einrichtungen.
Das Papier stellt einen wichtigen internationalen zivilgesellschaftlichen Referenzrahmen für die kommenden Verhandlungen zur politischen Erklärung zu HIV/Aids dar.
Die vollständigen „Civil Society Statements of Priorities for the 2026 United Nations High-Level Meeting on HIV/AIDS“ finden Sie hier zum Download.


