Mitzeichnung C7-Erklärung
C7-Erklärung zur globalen Gesundheit: Aufruf zu Solidarität, Resilienz und Inklusion

Im Rahmen des zivilgesellschaftlichen G7-Prozesses (Civil 7, C7) hat die Arbeitsgruppe Globale Gesundheit eine eigenständige Erklärung veröffentlicht. Unter dem Titel „Achieving global health equity: a C7 call to solidarity, resilience and inclusion“ richtet sie sich an die Gesundheitsminister*innen der G7-Staaten im Vorfeld des One Health Summit.
Globale Gesundheit unter Druck
Die Erklärung macht deutlich: Obwohl Gesundheit eine zentrale Voraussetzung für internationale Stabilität, wirtschaftliche Entwicklung und die Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ist, gerät sie politisch zunehmend unter Druck. Besonders kritisch wird bewertet, dass Gesundheit im vergangenen Jahr unter kanadischer G7-Präsidentschaft kaum berücksichtigt wurde. Zugleich bestehen weiterhin massive globale Ungleichheiten:
- 4,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten
- 2,1 Milliarden Menschen geraten durch Gesundheitskosten in finanzielle Not
- Vermeidbare Krankheiten und Todesfälle betreffen insbesondere marginalisierte Gruppen
- Frauen und Mädchen, LGBTQIA+-Personen, Menschen in Armut oder in Konfliktkontexten sind besonders betroffen. Gleichzeitig nehmen nichtübertragbare Krankheiten, Unterernährung und gesundheitliche Folgen der Klimakrise weiter zu
- Finanzierungs- und Systemkrise verschärft Lage
Die Erklärung warnt vor einer zunehmenden Krise der globalen Gesundheitsfinanzierung:
- Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) geht zurück
- Viele Länder stehen unter hoher Schuldenlast
- Gesundheitsausgaben könnten in der Mehrheit der Länder bis 2030 sinken
- Laut The Lancet könnten drastische Kürzungen der Gesundheitsfinanzierung bis 2030 zu 22,6 Millionen zusätzlichen Todesfällen führen
Die C7-Arbeitsgruppe formuliert klare politische Empfehlungen an die G7:
- Universelle Gesundheitsversorgung stärken: Ausbau umfassender, menschenzentrierter Gesundheitssysteme entlang des gesamten Lebensverlaufs, mit besonderem Fokus auf starke Primärversorgung sowie die Integration zentraler Gesundheitsbereiche wie Prävention, Behandlung, psychische Gesundheit und sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRHR).
- Gerechten Zugang zu Medikamenten und Innovationen sichern: Förderung von bezahlbarem Zugang zu Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostik, Stärkung von Technologietransfer sowie Ausbau lokaler Produktions- und Forschungskapazitäten.
- Menschenrechte, Gleichstellung und Teilhabe verankern: Ausrichtung der Gesundheitspolitik am Recht auf Gesundheit, stärkere Einbindung von Zivilgesellschaft und betroffenen Communities sowie Priorisierung besonders benachteiligter Gruppen.
- Gesundheitsfinanzierung stärken: Verlässliche und langfristige Finanzierung von Gesundheitssystemen, Einhaltung internationaler ODA-Ziele sowie Stärkung multilateraler Instrumente und Ansätze.
- Fiskalischen Spielraum erweitern: Förderung gerechter Steuersysteme, Bekämpfung illegaler Finanzflüsse und Maßnahmen zur Entlastung hochverschuldeter Länder, um Investitionen in Gesundheit zu ermöglichen.
- Globale Gesundheitsarchitektur reformieren: Bessere Abstimmung internationaler Finanzierungsmechanismen mit nationalen Prioritäten sowie Stärkung multilateraler Institutionen, insbesondere der WHO.
- Zusammenhänge von Gesundheit, Umwelt und Klima stärker berücksichtigen: Förderung integrierter Ansätze zur Prävention von Gesundheitsrisiken und zur Stärkung resilienter Gesundheitssysteme.
- Vorsorge und Resilienz stärken: Ausbau von Pandemieprävention, -vorsorge und -reaktion sowie Investitionen in Forschung, lokale Kapazitäten und evidenzbasierte Kommunikation.
Hier finden Sie den Link zu Erklärung
Die Erklärung knüpft damit direkt an den gemeinsamen Appell des Aktionsbündnisses gegen AIDS und weiterer zivilgesellschaftlicher Organisationen vom Januar 2026 zur G7-Präsidentschaft an. Darin wurde bereits gefordert, gesundheitliche Ungleichheiten zur zentralen politischen Priorität zu machen, die Gesundheitsfinanzierung zu stärken, multilaterale Institutionen wie WHO, UNAIDS und den Globalen Fonds langfristig abzusichern sowie die Beteiligung von Zivilgesellschaft strukturell zu verankern. Den Link dazu finden Sie hier.

