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Positionspapier

Wenn Ideologie Gesundheit kostet: Warum die Ausweitung der Mexico City Policy (Global Gag Rule) globale Gesundheit untergräbt

When Ideology Costs Lives © Action against AIDS Germany

Mit der erneuten und nochmals deutlich verschärften Ausweitung der sogenannten Mexico City Policy („Global Gag Rule“) verschärft sich der politische Druck auf evidenzbasierte und menschenrechtsorientierte globale Gesundheitsprogramme erheblich.

Die neue Regelarchitektur unter dem Leitbegriff „human flourishing“, die im Januar 2026 eingeführt wurde, stellt die bislang umfassendste ideologische Konditionierung von US-Auslandshilfe dar. Sie betrifft nicht mehr nur einzelne Programme, sondern weite Teile der internationalen Gesundheitsfinanzierung – mit direkten Folgen für HIV-Prävention und -Behandlung, sexuelle und reproduktive Gesundheit und die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen weltweit.

In unserem neuen Positionspapier analysiert das Aktionsbündnis gegen AIDS die aktuelle Ausweitung der Global Gag Rule und ihre Auswirkungen auf globale Gesundheit, Menschenrechte und die Wirksamkeit internationaler Gesundheitsprogramme. Die Evidenz ist eindeutig: Ideologisch motivierte Finanzierungsauflagen führen zur Fragmentierung von Versorgung, schwächen integrierte Gesundheitsansätze und gefährden den Zugang zu lebenswichtigen Gesundheitsdiensten – insbesondere für Frauen, junge Menschen und Schlüsselpopulationen sowie für community-basierte Programme, die eine zentrale Rolle in der HIV-Bekämpfung spielen.

Gerade in einer Zeit, in der die globale HIV-Bekämpfung unter zunehmendem politischen und finanziellen Druck steht, sind verlässliche, evidenzbasierte und menschenrechtsorientierte Finanzierungsmechanismen entscheidend. Die Global Gag Rule wirkt dem systematisch entgegen: Sie zwingt Organisationen dazu, Programme einzuschränken, umzustrukturieren oder einzustellen, untergräbt integrierte Versorgungsansätze und schwächt zivilgesellschaftliche Akteure und multilaterale Strukturen.

Vor diesem Hintergrund fordert das Aktionsbündnis gegen AIDS Deutschland und andere Staaten auf, sich klar gegen ideologische Konditionierung von Gesundheitsfinanzierung zu positionieren und multilaterale, integrierte und community-geführte Ansätze gezielt zu stärken. Globale Gesundheitsfinanzierung muss sich an Evidenz, Wirksamkeit und Menschenrechten orientieren, nicht an politischen Ideologien.

Das vollständige Positionspapier bietet eine fundierte Analyse der aktuellen Entwicklungen sowie konkrete politische Handlungsempfehlungen für Deutschland und internationale Akteure.

Hier finden Sie das Positionspapier als PDF.

, 2026