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330 Organisationen appellieren an EU zur Wiederauffüllung des Globalen Fonds

Mitzeichnung©aidsfonds

Das Aktionsbündnis gegen Aids gehört zu den 330 internationalen Organisationen, die eine gemeinsame Erklärung zur unzureichenden 8. Wiederauffüllung des Globalen Fonds unterstützen. Die Erklärung richtet sich an die Europäische Kommission, insbesondere an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und den Commissioner for International Partnerships, Jozef Síkela, mit der klaren Erwartung, den europäischen Beitrag zum Globalen Fonds zeitnah verbindlich zu bestätigen.

Ein gefährliches Finanzierungsvakuum

Die Wiederauffüllung in Johannesburg erreichte mit 11,34 Milliarden US-Dollar lediglich 63 Prozent des tatsächlichen Finanzierungsbedarfs. Angesichts globaler ODA-Kürzungen, zunehmender Renationalisierungsmuster und belasteter Gesundheitssysteme ist dieses Ergebnis ein deutliches Warnsignal. Programme gegen HIV, Tuberkulose und Malaria benötigen gerade jetzt verlässliche Mittel, um Versorgungslücken zu verhindern und dringend benötigte Innovationen bereitzustellen. Dass die Europäische Kommission bislang keine Zusage machen konnte, ist bedauerlich. Zugleich begrüßen wir, dass sie die Bedeutung globaler Gesundheit betont und ihre Absicht erklärt hat, das bisherige Niveau europäischer Unterstützung fortzuführen.

Warum eine zügige EU-Zusage entscheidend ist

  • Planungssicherheit: Der Global Fund kann Mittel für die Periode 2026–2028 dann rechtzeitig bereitstellen, wenn frühzeitig Klarheit über den europäischen Beitrag besteht
  • Stabile Versorgung: Verzögerungen erhöhen das Risiko erneuter Engpässe bei Medikamenten, Diagnostik und Präventionsleistungen, mit gravierenden Folgen für Millionen Betroffene
  • Nutzung des US-Matching-Mechanismus: Ein EU-Beitrag von 800 Millionen Euro würde etwa 400 Millionen US-Dollar an zusätzlichen amerikanischen Mitteln freisetzen, ein Hebeleffekt, der für die globale Gesundheitslage essenziell ist
  • Gleichzeitig fordert die Erklärung auch andere Geber auf, reduzierte oder ausstehende Zusagen nachzubessern. Jetzt entscheidet sich, ob der Global Fund in der Lage bleibt, Rückschläge zu verhindern und seine Partnerländer zu stabilisieren

Europas Verantwortung im globalen Gesundheitsgefüge

Trotz des unzureichenden finanziellen Ergebnisses haben viele Staaten ihr politisches Bekenntnis zum Global Fund erneuert. Europa hat in der globalen HIV-, Tuberkulose- und Malariabekämpfung eine zentrale Rolle eingenommen. Diese Verantwortung kann es nur einlösen, wenn es seinen finanziellen Beitrag verlässlich bestätigt und seine internationale Führungsrolle behauptet.

Ein starkes zivilgesellschaftliches Signal

Die Erklärung vereint 330 Organisationen aus allen Weltregionen, darunter zahlreiche Community-Netzwerke, Fachgremien und internationale Koalitionen. Mit seiner Mitzeichnung betont das Aktionsbündnis gegen Aids: Für globale Gesundheitsziele braucht es klare politische Entscheidungen, belastbare Finanzierung und ein erneuertes europäisches Engagement.

Link zum Originalbrief

, 2026