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Mitzeichnung

Brief der globalen Zivilgesellschaft an den kanadischen Premierminister: Aufruf zu stärkerem Engagement für globale Gesundheit bei der G7-Außenministerkonferenz

Offener Brief an den kanadischen Premierminister G7© Aktionsbündnis gegen AIDS

Anlässlich der bevorstehenden G7-Außenministerkonferenz am 11.–12. November 2025 haben über 80 zivilgesellschaftliche und gemeinschaftsbasierte Organisationen aus allen Weltregionen, darunter das Aktionsbündnis gegen AIDS, einen gemeinsamen Brief an den neuen kanadischen Premierminister Mark Carney und Außenministerin Anita Anand unterzeichnet.

Initiiert wurde das Schreiben durch das HIV Legal Network (Kanada) gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen aus der Civil7 Global Health Working Group, darunter das Aktionsbündnis gegen AIDS, Fundación Huésped (Argentinien), Global Health Advocates (Frankreich), Japan CSO Network on Global Health und das Global Health Italian Network.

Zentrale Forderung: Globale Gesundheit wieder ins Zentrum der G7-Politik rücken

Die unterzeichnenden Organisationen fordern die G7-Staaten auf, angesichts wachsender globaler Krisen, von Konflikten über Klimakatastrophen bis zu sinkender öffentlicher Entwicklungszusammenarbeit, ihre früheren Zusagen zur Gesundheitsgerechtigkeit und internationalen Entwicklung umzusetzen und zu stärken.

„Globale Gesundheit ist ein öffentliches Gut. Menschliches Wohlergehen, nachhaltige Entwicklung und Frieden sind nur möglich, wenn Gesellschaften gesund und sicher sind“, heißt es im Schreiben.

Besonders betont wird die Notwendigkeit, Investitionen in globale Gesundheits- und Gemeinschaftssysteme aufrechtzuerhalten und zu erhöhen. Entwicklungszusammenarbeit und Programme wie der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria hätten in den letzten zwei Jahrzehnten entscheidend zur Steigerung der weltweiten Lebenserwartung und zum Rückgang der Kinder- und Müttersterblichkeit beigetragen.

Beispiel Äthiopien: Wirkung langfristiger Gesundheitsinvestitionen

Anhand Äthiopiens wird die Wirkung solcher Investitionen konkret illustriert:
Zwanzig Jahre Unterstützung durch den Globalen Fonds führten dort zu einem Rückgang der Sterblichkeit durch Aids, Tuberkulose und Malaria um 80 %, zu einem Anstieg der Lebenserwartung um 16 Jahre und zu deutlichen sozioökonomischen Fortschritten – trotz Konflikten, Vertreibung und Klimafolgen.

Diese Entwicklung zeigt: Investitionen in Gesundheit sind auch Investitionen in wirtschaftliche Stabilität, lokale Führungsstrukturen und globale Partnerschaften.

Bedeutung für die G7 und Kanada

Als derzeitiges Vorsitzland der G7 spielt Kanada eine Schlüsselrolle. Der Brief erinnert Premierminister Carney daran, dass Kanadas außenpolitische Führung historisch auf den Werten Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Inklusivität und Solidarität basiert, Prinzipien, die nun aktiv in die G7-Verhandlungen eingebracht werden sollten.

Die Unterzeichnenden fordern daher, dass globale Gesundheit, lokale Führungsstrukturen und internationale Entwicklung zu zentralen Themen der G7-Außenministerkonferenz werden und in konkrete politische Verpflichtungen münden, die Gesundheitsgerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung weltweit fördern.

, 2025