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Mehr als Gesundheitsziele

Wie der Globale Fonds Geschlechtergerechtigkeit und sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) voranbringt

BLOG-Reihe zur 8. Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds 2025

Dieser Beitrag ist Teil der Blogreihe zur 8. Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds. Seit dem 20. August 2025 veröffentlichen zivilgesellschaftliche Organisationen wöchentlich Beiträge zu globaler Gesundheitsfinanzierung, Chancengleichheit und der Rolle des Globalen Fonds.

BLOG Beitrag von Tanja Siebenbrodt, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)

Gender Pushback gefährdet Gesundheitsziele

Weltweit gewinnen Anti-Gender und Anti-Rights Akteur*innen an Einfluss. Diese Bewegungen sind gut vernetzt und finanziert – das wirkt sich direkt auf die Bekämpfung von HIV, Tuberkulose und Malaria aus. Ohne Fortschritte bei Gleichstellung und bei sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten (SRGR) können diese Epidemien nicht beendet werden. Besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen: In Subsahara-Afrika ist ihre HIV-Rate etwa dreimal so hoch wie bei gleichaltrigen Jungen und jungen Männern. 2024 infizierten sich weltweit 210.000 Mädchen und junge Frauen (15–24) neu – gegenüber 160.000 Jungen und Männern. Geschlechtsbasierte Gewalt verschärft die Lage zusätzlich: Sie erhöht das Infektionsrisiko und verschlimmert die Folgen für Betroffene.

Gendertransformativ, messbar und community-geführt

Der Globale Fonds macht Gleichstellung zum Kern seiner Arbeit. Mit dem Gender Equality Marker prüft und verbessert er bei allen Fördermitteln den Gender-Fokus. Er stärkt Beteiligung vor Ort: Der HER Voice Fund unterstützt in 13 Ländern Organisationen von Mädchen und jungen Frauen mit kleinen Zuschüssen, Training und Mentoring. In West- und Zentralafrika bindet VOIX EssentiELLES (mit der Fondation CHANEL) Frauen und Mädchen direkt in Gesundheitsentscheidungen ein. So werden SRGR und die Rechte von Frauen, Mädchen und LGBTIQ+ gestärkt – und Prävention sowie Versorgung wirksamer.

Sichtbare Fortschritte

Es gibt Fortschritte: Bei Mädchen und jungen Frauen sinken die Neuinfektionen – dank mehr Tests und Behandlung, besserem Zugang zu Prävention, Bildung und starker Community-Arbeit. 2024 nutzten in Ländern mit Unterstützung des Globalen Fonds rund 2 Millionen Mädchen und junge Frauen Präventionsangebote. Aber diese Erfolge sind fragil: Weltweit werden Budgets für Geschlechtergerechtigkeit und SRGR gekürzt. Ohne verlässliche Finanzierung geraten genau die Schutz- und Unterstützungsangebote unter Druck, auf die besonders vulnerable Gruppen angewiesen sind.

Ohne SRGR kein Ende von Aids, Tuberkulose & Malaria

Ohne Geschlechtergerechtigkeit und starke SRGR lassen sich Aids, Tuberkulose und Malaria nicht beenden. Der Globale Fonds stellt dafür die entscheidenden Weichen: Er verankert Gleichstellung in seinen Programmen, stärkt Communities und sichert den Zugang zu Prävention und Versorgung. Zugleich ziehen sich weltweit traditionelle Geber*innen zurück – die verfügbaren Mittel schrumpfen. Auch die Bundesregierung plant Kürzungen: Für die Wiederauffüllung sind derzeit nur 850 Mio. € vorgesehen, das wären 450 Mio. € weniger als bei der letzten Zusage. Angesichts steigender Bedarfe muss Deutschland Verantwortung übernehmen und ein klares Signal senden: Mindestens 1,4 Mrd. € sind nötig, damit der Globale Fonds seine Wirkung sichern und ausbauen kann. Ein höherer Beitrag rettet Menschenleben, stärkt SRGR und bringt uns schneller ans Ziel.

Quellen:

Results Report 2025 - The Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria

Gender Equality - The Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria

, 2026