Mitzeichnung
UNAIDS darf nicht abgeschafft werden!

Die NGO-Delegation im UNAIDS-Programmbegleitenden Ausschuss (Programme Coordinating Board, PCB) hat eine Erklärung als Reaktion auf den Bericht der UN80-Initiative des UN-Generalsekretärs veröffentlicht, in dem vorgesehen ist, UNAIDS bis Ende 2026 abzuschaffen. Als Aktionsbündnis gegen AIDS unterstützen wir die Erklärung der NGO Delegation ausdrücklich. Wir sind überzeugt, dass dies der falsche Schritt zur falschen Zeit ist: Die HIV-Bekämpfung befindet sich in einer Krise – mit drastischen Mittelkürzungen, steigenden Risiken für Neuinfektionen und AIDS-bedingte Todesfälle, während Millionen Menschen weiterhin keinen Zugang zu Behandlung oder Prävention haben. Die Schließung von UNAIDS zum jetzigen Zeitpunkt würde das Ziel verraten, AIDS bis 2030 zu beenden, und den Fortschritt bei den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) gefährden. Gemeinsam mit der NGO Delegation rufen wir dazu auf, diese Erklärung zu unterstützen. Wenn wir unsere Stimmen vereinen, können wir den Regierungen und der UN-Führung deutlich machen, dass UNAIDS nicht inmitten dieser Krise abgeschafft werden darf.
ERKLÄRUNG:
Angesichts der HIV-Krise darf UNAIDS 2026 nicht abgeschafft werden
Als NGO-Delegation im Programmbegleitenden Ausschuss von UNAIDS äußern wir unsere tiefste Besorgnis über den Bericht des UN-Generalsekretärs zur UN80-Initiative, in dem geplant ist, „UNAIDS bis Ende 2026 auslaufen zu lassen“.
Mit dieser Erklärung laden wir Menschen und Gemeinschaften, die mit HIV leben, davon betroffen oder gefährdet sind, sowie gemeinschaftsgeführte und zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für das globale Ziel der Beendigung von AIDS einsetzen, dazu ein, sich unserem klaren Widerspruch gegen diesen Plan anzuschließen.
Den Erhalt von UNAIDS zu fordern bedeutet nicht, eine Institution zu schützen – es geht darum, starke Führung und koordinierte Maßnahmen zu sichern – gerade jetzt, wo die HIV-Bekämpfung in einer Krise steckt. Es geht auch darum, die Interessen und Rechte jener Gemeinschaften zu schützen, die am stärksten von der AIDS-Pandemie betroffen sind – Männer, die Sex mit Männern haben, trans* Personen, Sexarbeiterinnen, Drogenkonsumentinnen sowie Menschen in Gefängnissen und anderen geschlossenen Einrichtungen –, insbesondere in einer Zeit, in der diese Gruppen zunehmenden Angriffen ausgesetzt sind.
Nach drastischen Kürzungen der globalen HIV-Finanzierung in diesem Jahr hat UNAIDS gewarnt, dass in den nächsten vier Jahren zusätzlich 4,2 Millionen Menschen an AIDS-bedingten Erkrankungen sterben könnten. Dies würde zu 3 Millionen zusätzlichen Waisenkindern führen und 6,6 Millionen weitere Menschen würden sich mit HIV infizieren.
Als Reaktion auf diesen neuen AIDS-Notstand hat UNAIDS sein Arbeitsmodell rasch angepasst und konsultiert derzeit über eine neue globale AIDS-Strategie, die direkt auf die aktuellen Herausforderungen eingeht.
In diesem Zusammenhang bedeutet der Erhalt von UNAIDS, Leben zu retten. Die geplante Abschaffung ist zutiefst gefährlich und ein Verrat an dem globalen Ziel, AIDS bis 2030 zu beenden. Sie untergräbt das Versprechen an Millionen von Menschen, die mit HIV leben oder davon betroffen sind, sowie an die Gemeinschaften, die täglich für die Erreichung des 2030-Ziels kämpfen. Diese Zielgruppen sind durch unsere Delegation im Vorstand von UNAIDS vertreten, und ihre Stimmen müssen bei Entscheidungen über die Zukunft des Gemeinsamen Programms der UN gehört werden.
Wir fordern daher:
- Den Generalsekretär auf, sich mit uns und der breiteren Zivilgesellschaft zu treffen, um unsere Perspektiven direkt anzuhören.
- Alle Mitgliedsstaaten und Beobachter des PCB auf, sich aktiv gegen diese verfrühte Abschaffung auszusprechen.
Abschließend erinnern wir den Generalsekretär daran, dass sein Vorschlag auch das Risiko birgt, die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele zu gefährden – insbesondere SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen) und SDG 10 (Weniger Ungleichheiten).
UNAIDS muss bestehen bleiben – so lange, bis es keine neuen HIV-Infektionen mehr gibt, bis lebensrettende HIV-Behandlungen alle erreichen, die sie benötigen, und bis die Menschenrechte aller Menschen mit und von HIV betroffen vollständig geschützt sind. Jegliche Umstrukturierung muss die HIV-Reaktion, die Menschenrechte, gemeinschaftliche Führungsstrukturen und Rechenschaftspflicht stärken, nicht schwächen.
Link zur Mitzeichnung: https://forms.gle/B5WpU5ar6o144Q7u8
Aufruf/Originalsprache: https://unaidspcbngo.org/news/with-the-h...