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"Quo Vadis, Global Health" Fireside Chat IV

What is ‘live saving’?

Kamingespräch©Aktionsbündnis gegen AIDS

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Monday, September 29, 10:00-11:00 CEST

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Since its founding, the Global Fund has placed saving lives at the core of its mission. To show the impact of its programs in over 100 countries, it regularly publishes data on lives saved and the effectiveness of financed interventions. Central to this success is the focus on the human right to health, access for vulnerable groups, and strengthening community structures. By 2022, 65 million lives had actually been saved, the combined death rate from AIDS, TB and malaria was reduced by 63% and the life expectancy gap has been dramatically narrowed between rich and poor countries – with gains due, to a large extent, to fewer people dying from the three diseases. This means that not only lives are saved, but also that people are living longer, healthier and more productive lives, positively impacting the social and economic domestic fabric – and generating an important return on investment for donor countries. These achievements should convince donors in hard numbers that their contributions are well invested. The 8th Replenishment seeks USD 18 billion to save up to 23 million more lives and prevent up to 400 million new infections between 2027 and 2029.

Austerity and Prioritization
However, with many donors cutting development budgets, prioritization suddenly has become key. Programs must reduce costs while still being expected to sustain impact. The new - sick – adage is: Do more with less! This affects global health actors like the Global Fund and UNAIDS, as well as OCHA, UNDP, UNHCR, IOM, WHO, and UNICEF.

What is ‘life saving’?
In budget debates, calls often arise to focus only on “life saving” measures. While this seems obvious, the question is: what qualifies an intervention to be deemed ‘live saving’? For instance, to successfully fight HIV, tuberculosis, and malaria, diagnostics, medicines, and prevention tools are vital. But without community-based initiatives, these tools would not reach those most in need.

This raises the issue of access for key and vulnerable populations, including people who use drugs, gay and other men who have sex with men, trans people, women and girls, sex workers, indigenous communities, refugees, and others. Many face difficulties in accessing care due to harmful or discriminatory social and cultural norms, which often result in marginalization or even persecution. Beyond the moral imperative of ensuring equitable access to health services, if the most vulnerable cannot access the tools they need to protect themselves and others, these infectious diseases cannot be defeated – this is a foundational principle of epidemiology.

How can the progress achieved so far be protected - and further gains secured - when governments exploit budget debates to exclude these groups, undermining the human right to health for all? The discussion will focus on how communities and community systems must and can be put front and centre to ensure equitable access and support the path to self-reliance.  

Discussion
This one-hour discussion, part of the “Quo vadis, Global Health?” series, explores political and structural challenges to global health in times of geopolitical disruption. It aims to safeguard the Global Fund’s role in fragile contexts—particularly through a successful 8th Replenishment for 2026–2028.

We look forward to an engaging exchange with representatives of the community of people who use drugs, from humanitarian aid, and from the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) to reflect on the approaches to strengthening health and community systems to ensure equitable access and continue saving lives.

Invited participants

  • Ganna Dovbakh, Executive Director der Eurasian Harm Reduction Association (EHRA)
  • Dr. Tania Rödiger-Vorwerk, Dep. Director General Global Health, Resilience, Equality of Opportunity, Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ)
  • Tess Hewett, Global Fund Focal Point & Health Policy Advisor, MSF Belgium

Moderation: Peter Wiessner (Action against AIDS Germany), Tanja Siebenbrodt (DSW)
Welcome and closing remarks: Boardmember (Action against AIDS Germany)

Deutsch

Montag, 29.September, 10:00-11:00 CEST

Seit seiner Gründung hat der Globale Fonds das Ziel, Leben zu retten, in den Mittelpunkt seiner Mission gestellt.
Um die Wirkung seiner Programme in über 100 Ländern zu zeigen, veröffentlicht er regelmäßig Daten zu geretteten Leben und zur Wirksamkeit der finanzierten Maßnahmen. Zentral für diesen Erfolg ist die Fokussierung auf das Menschenrecht auf Gesundheit, den Zugang für besonders verletzliche Gruppen und die Stärkung von Gemeinschaftsstrukturen. Bis 2022 konnten tatsächlich 65 Millionen Leben gerettet werden, die kombinierte Sterblichkeitsrate von Aids, Tuberkulose und Malaria wurde um 63 % gesenkt und der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen reichen und armen Ländern deutlich verringert – maßgeblich durch den Rückgang der Todesfälle infolge dieser drei Krankheiten. Das bedeutet nicht nur, dass Leben gerettet werden, sondern auch, dass Menschen länger, gesünder und produktiver leben. Dies wirkt sich positiv auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Gefüge der Länder aus – und generiert zugleich eine wichtige Kapitalrendite für die Geberstaaten. Diese Erfolge sollten die Geber anhand harter Zahlen davon überzeugen, dass ihre Beiträge gut investiert sind. Die 8. Wiederauffüllung zielt darauf ab, 18 Milliarden US-Dollar zu mobilisieren, um zwischen 2027 und 2029 bis zu 23 Millionen weitere Leben zu retten und bis zu 400 Millionen Neuinfektionen zu verhindern.

Sparmaßnahmen und Priorisierung
Aufgrund aktueller Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit vieler traditioneller Geber rückt die Frage der Schwerpunktsetzung (Priorisierung) vielerorts stärker in den Vordergrund. Betroffene Organisationen und Programme stehen vor der Herausforderung, Kürzungen so umzusetzen, dass vorhersehbare Schäden begrenzt und trotz eingeschränkter Mittel Erfolge fortgeführt werden können. Dies betrifft nicht nur im Bereich der globalen Gesundheit engagierte Akteure wie den Globalen Fonds und UNAIDS, sondern auch wichtige UN-Programme wie OCHA, UNDP, UNHCR, IOM, die WHO oder UNICEF.

Was verstehen wir unter „Life saving“?
In Haushaltsdebatten gibt es oft Forderungen, sich nur auf „lebensrettende“ Maßnahmen zu konzentrieren. Auch wenn dies offensichtlich erscheint, stellt sich die Frage: Was qualifiziert eine Intervention eigentlich als „lebensrettend“? Um HIV, Tuberkulose und Malaria erfolgreich zu bekämpfen, sind Diagnostik, Medikamente und Präventionsinstrumente unerlässlich. Aber ohne gemeinschaftsbasierte Initiativen würden diese Instrumente diejenigen nicht erreichen, die sie am meisten brauchen.

Das wirft die Frage des Zugangs für Schlüsselgruppen und verletzliche Bevölkerungen auf, darunter Menschen, die Drogen konsumieren, schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, trans Menschen, Frauen und Mädchen, Sexarbeiter*innen, indigene Gemeinschaften, Geflüchtete und andere. Viele von ihnen haben Schwierigkeiten beim Zugang zur Versorgung, da schädliche oder diskriminierende soziale und kulturelle Normen oft zu Marginalisierung oder sogar Verfolgung führen. Über das moralische Gebot hinaus, einen gerechten Zugang zu Gesundheitsdiensten zu sichern, gilt: Wenn die Verwundbarsten die benötigten Instrumente nicht erhalten, um sich selbst und andere zu schützen, können diese Infektionskrankheiten nicht besiegt werden – dies ist ein grundlegendes Prinzip der Epidemiologie.

Wie können die bislang erzielten Fortschritte geschützt – und weitere Gewinne gesichert – werden, wenn Regierungen Haushaltsdebatten nutzen, um diese Gruppen auszuschließen und damit das Menschenrecht auf Gesundheit für alle zu untergraben? Die Diskussion wird sich darauf konzentrieren, wie Gemeinschaften und gemeinschaftliche Systeme ins Zentrum gestellt werden müssen und können, um gerechten Zugang zu gewährleisten und den Weg zur Eigenständigkeit zu unterstützen.

Diskussion
Diese einstündige Diskussion, Teil der Reihe „Quo vadis, Global Health?“, untersucht politische und strukturelle Herausforderungen für die globale Gesundheit in Zeiten geopolitischer Umbrüche. Sie zielt darauf ab, die Rolle des Globalen Fonds in fragilen Kontexten zu sichern – insbesondere durch eine erfolgreiche 8. Wiederauffüllung für 2026–2028.

Wir freuen uns auf einen anregenden Austausch mit Vertreter*innen der Community von Menschen, die Drogen konsumieren, aus der humanitären Hilfe und aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), um über Ansätze zur Stärkung von Gesundheits- und Gemeinschaftssystemen zu reflektieren, die gerechten Zugang sicherstellen und weiterhin Leben retten.

Eingeladene Teilnehmende

  • Ganna Dovbakh, Executive Director der Eurasian Harm Reduction Association (EHRA)
  • Dr. Tania Rödiger-Vorwerk, Ministerialdirigentin, Leiterin der UA 10 Globale Gesundheit, Resilienz und Chancengerechtigkeit (BMZ)
  • Tess Hewett, Global Fund Focal Point & Health Policy Advisor, MSF Belgium

Moderation: Peter Wiessner (Action against AIDS Germany), Tanja Siebenbrodt (DSW)
Welcome and closing remarks: Boardmember (Action against AIDS Germany)

, 2025