Offener Brief
Globale Gesundheit braucht Verlässlichkeit – Deutschlands Beitrag zum Globalen Fonds muss steigen

In einem offenen Brief fordern zivilgesellschaftliche Organisationen Bundeskanzler Friedrich Merz, führende Ministerinnen sowie die Haushälter*innen des Bundestages dazu auf, den deutschen Beitrag zur 8. Wiederauffüllung des Globalen Fonds deutlich zu erhöhen. Der faire Beitrag Deutschlands, liegt bei 1,8 Milliarden Euro. Ein Beitrag unterhalb von 1,4 Milliarden Euro würde aktuelle, lebensrettende Programme gefährden und ein falsches Signal in Zeiten wachsender globaler Gesundheitskrisen senden.
Mit einem offenen Brief haben zivilgesellschaftliche Akteure Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundesministerin Reem Alabali-Radovan (BMZ), Bundesministerin Nina Warken (BMG), Bundesminister Lars Klingbeil (BMF), Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Gesundheit Dr Georg Kippels, sowie die Haushälter*innen der demokratischen Fraktionen des Deutschen Bundestages adressiert.
Im Mittelpunkt steht die klare Forderung, den deutschen Beitrag zur 8. Wiederauffüllung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria anzuheben, basierend auf Deutschlands wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und internationaler Verantwortung.
Ein historischer Erfolg steht auf dem Spiel
Seit 2002 hat der Globale Fonds über 65 Millionen Menschenleben gerettet. Doch die Erfolge sind in Gefahr: Das aktuelle Global AIDS Update 2025 warnt vor gravierenden Folgen wachsender Finanzierungslücken. Ohne entschlossenes Handeln drohen bis 2029 6 Millionen zusätzliche HIV-Neuinfektionen und 4 Millionen Aids-bedingte Todesfälle.
Haushaltsentwurf 2025: Beitrag bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück
Der Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2025 sieht lediglich 900 Millionen Euro als direkte Zusage an den Globalen Fonds vor – ergänzt um ein GIZ-Projekt mit 50 Millionen Euro. Damit fällt der geplante Beitrag deutlich niedriger aus als in der letzten Finanzierungsrunde (1,3 Milliarden Euro) und weit unter dem fairen Beitrag Deutschlands von 1,8 Milliarden Euro.
Der Bedarf: Mindestens 18 Milliarden US-Dollar weltweit
Um bestehende Programme fortzuführen und lebensrettende Maßnahmen aufrechtzuerhalten, müssen weltweit mindestens 18 Milliarden US-Dollar mobilisiert werden. Laut Globalem Fonds könnten damit 23 Millionen Menschenleben gerettet und 400 Millionen Neuinfektionen verhindert werden. Jeder investierte Dollar erzeugt einen gesellschaftlichen Mehrwert von bis zu 19 US-Dollar.
Deutschlands Verantwortung: Fairness, Verlässlichkeit, Wirkung
Als Mitgründer und viertgrößter staatlicher Geber trägt Deutschland besondere Verantwortung. Der auf objektiven Wirtschaftsdaten basierende faire Beitrag beläuft sich, nach Abzug des EU-Anteils, auf 1,8 Milliarden Euro über drei Jahre (600 Millionen Euro jährlich).
Ein Betrag unter 1,4 Milliarden Euro gefährdet bestehende lebensrettende Programme.
Die zentralen Forderungen der Zivilgesellschaft:
- Die Zivilgesellschaft spricht sich für einen deutschen Beitrag in Höhe von 1,8 Milliarden Euro zur 8. Wiederauffüllung des Globalen Fonds aus.
- Aus Sicht zahlreicher Akteur*innen ist eine deutliche Nachbesserung des Haushaltsentwurfs 2025 erforderlich, um den globalen Herausforderungen gerecht zu werden.
- Erwartet wird ein klares politisches Zeichen für globale Solidarität, internationale Verlässlichkeit und gesundheitliche Gerechtigkeit.
Es geht um Millionen Menschenleben.
Es geht um globale Verantwortung.
Es geht um das Menschenrecht auf Gesundheit.