GLOBAL AIDS UPDATE 2025
Aids, Crisis and the power to transform

UNAIDS warnt: Globale HIV-Antwort in historischer Finanzkrise: Millionen Menschenleben in Gefahr. Am 10. Juli 2025 hat UNAIDS den neuen Global AIDS Update 2025 unter dem Titel AIDS, Crisis and the Power to Transform veröffentlicht. Der Bericht zeichnet ein alarmierendes Bild: Massive internationale Finanzierungsengpässe drohen, jahrzehntelange Fortschritte zunichtezumachen und Millionen Menschenleben zu gefährden.
Finanzierungslücken gefährden lebenswichtige HIV-Dienste
Die massiven, abrupten Kürzungen internationaler Gelder führen in vielen stark betroffenen Ländern zu massiven Unterbrechungen von Präventions- und Behandlungsprogrammen. Gesundheitsdienste brechen zusammen, Gesundheitsfachkräfte werden entlassen, und lebenswichtige HIV-Medikamente sind nicht mehr zugänglich.
Allein in Nigeria ist die Zahl der Menschen, die Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) beginnen, von 40.000 auf 6.000 pro Monat gesunken. Sollte die Finanzierung weiter einbrechen, könnten zwischen 2025 und 2029 weltweit zusätzlich 6 Millionen HIV-Neuinfektionen und 4 Millionen aidsbedingte Todesfälle auftreten.
„Das ist keine bloße Finanzierungslücke – das ist eine tickende Zeitbombe“, warnt UNAIDS-Exekutivdirektorin Winnie Byanyima.
Kinder und vulnerable Gruppen besonders betroffen
Schon 2024 hatten 9,2 Millionen Menschen keinen Zugang zu lebensrettender HIV-Therapie, darunter 620.000 Kinder. 75.000 Kinder starben im letzten Jahr an aidsbedingten Ursachen. Zudem sind Frauen und Mädchen in vielen Regionen weiterhin überproportional gefährdet: 2024 infizierten sich weltweit täglich durchschnittlich 570 junge Frauen (15–24 Jahre) neu mit HIV.
Beispiele für Resilienz und Fortschritt
Trotz dieser dramatischen Entwicklung gibt es auch Hoffnung: Einige Länder erhöhen ihre nationalen Budgets für HIV-Programme. Südafrika finanziert mittlerweile 77 % seiner AIDS-Antwort selbst und plant in den nächsten Jahren eine jährliche Erhöhung der Mittel um 3,3 % für HIV und Tuberkulose. Sieben Länder in Subsahara-Afrika haben die 95-95-95-Ziele erreicht (95 % der HIV-positiven Menschen kennen ihren Status, 95 % davon sind in Behandlung, 95 % davon haben eine Viruslast unter der Nachweisgrenze).
Neue, hochwirksame Präventionsmethoden wie die langwirksame injizierbare PrEP (z. B. Lenacapavir) geben zusätzliche Hoffnung – doch ihre Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit bleiben große Herausforderungen.
Aufruf zu globaler Solidarität
UNAIDS betont: Nationale Mittel allein reichen nicht aus. Die internationale Gemeinschaft muss dringend handeln, um die Finanzierungslücken zu schließen, Gesetze zu reformieren und Community-basierte Ansätze zu stärken.
Jede investierte Summe rettet nicht nur Leben, sondern stärkt Gesundheitssysteme und fördert nachhaltige Entwicklung. Seit Beginn der Epidemie konnten 26,9 Millionen Todesfälle verhindert und 4,4 Millionen Kinder vor einer HIV-Übertragung durch die Mutter geschützt werden.
„Gemeinsam können wir Aids als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit bis 2030 beenden – wenn wir jetzt entschlossen handeln“, so Winnie Byanyima.
Hier finden Sie die aktuellen UNAIDS-Berichte zum Download

