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Offener Brief an die Europäische Kommission und das Europäische Parlament

Notwendige Medikamente und Medizinprodukte ohne Zuzahlung für alle erforderlich machen!

pixabay

Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den COVID-19-Ausbruch - die durch das neuartige Coronavirus verursachte Krankheit - zu einer globalen Pandemie. Seit Januar hat die Europäische Kommission 1 Millionen Euro für die Förderung der Forschung im Bereich COVID-19 bereitgestellt, unter anderem im Rahmen des Programms Horizont 2020, der Initiative für innovative Medizin (IMI) und der Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB). Mehrere nationale Regierungen haben ebenfalls beträchtliche Ressourcen mobilisiert, um die Entwicklung von Diagnostika, Behandlungen und Impfstoffen zu unterstützen. In einem am 25. März 2020 an die Präsidentin der Europäischen Union, die Comssioner und die Mitglieder des Europäischen Parlaments verschickten offen Brief sind die zentralen Forderungen der europäischen Zivilgesellschaft zusammengestellt. Übergeordnetes Ziel ist es, dass die zur Bekämpfung von Corona notwendigen Medikamente und Medizinprodukte für alle – im Blick stehen hier besonders vulnerable, oft strukturell ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen – ohne Zuzahlung zur Verfügung stehen.

Die Corona-Pandemie erfordert eine robuste und umfassende Reaktion der Europäischen Union (EU) und der nationalen Regierungen. Wirksame Maßnahmen müssen umgesetzt werden, sodass eine weitere Ausbreitung des Virus in Europa und anderswo verhindert werden kann.  Gleichzeitig ist eine öffentliche finanzielle und wissenschaftliche Unterstützung für die Entwicklung dringend benötigter Diagnostika, Therapeutika und Impfstoffe erforderlich.

In der gegenwärtigen Situation ist ein schneller und breiter Zugang zu Diagnosen und Behandlungen von entscheidender Bedeutung. Da die Ressourcen des öffentlichen Gesundheitswesens bereits überlastet sind, sollte die wirtschaftliche Nachhaltigkeit nicht durch übermäßige Preise für Arzneimittel und Impfstoffe weiter gefährdet werden. Angesichts der hohen globalen Nachfrage müssen diese Gesundheitstechnologien Patient_innen und Beschäftigten im Gesundheitswesen in nie dagewesenem Ausmaß zur Verfügung gestellt werden. Da jede Verzögerungen Leben kosten werden, erfordert dies ein gründliches Umdenken darüber, wie die Produktion von wirksamen Produkten rasch auf die Nachfrage nach der Marktzulassung hochskaliert werden kann und wie potenzielle finanzielle Hindernisse für den Zugang in Europa und anderswo beseitigt werden  können.

Die, im Bereich öffentlicher Gesundheit entstandenen Notstände erfodern außerordentliche Maßnahmen. Ein „'business as usual' approach“, frei ins Deutsch übersetzt: ein „weiterso, wie bisher“ darf nicht zugelassen werden!

Der offene Brief wird von 61 europäischen zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter auch das Aktionsbündnis gegen AIDS, unterstützt. Organisiert wurde diese Initiative von Health Action International (HAI) und der European Alliance for Responsible and Affordable Medicines, bei der das Aktionsbündnis aktives Mitglied ist.

Aktionsbündnis gegen AIDS, 2020