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Finanzierung zur weltweiten Gesundheitsversorgung

Aktualisierung der fünften zivilgesellschaftlichen Bestandsaufnahme

ODA HIV Gesundheit  Aids UN

Mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen und 169 Zielvorgaben will die 2030 Agenda weltweite und umfassende Handlungsansätze entwerfen mit der zentralen Perspektive, „dass alle Menschen ihr Potenzial in Würde und Gleichheit und in einer gesunden Umwelt voll entfalten können“. Zu den wegweisenden Elementen gehört Ziel drei, das darauf ausgerichtet ist, ein „gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters“ zu gewährleisten. Mit seinen Unterzielen bildet es die wichtigsten Herausforderungen ab wie die Vermeidung der Mütter- und Kindersterblichkeit, die Beendigung der Aids-, Tuberkulose- und Malariaepidemien, die Zurückdrängung der vernachlässigten Tropenkrankheiten, die Kontrolle anderer übertragbarer und nicht übertragbarer Krankheiten sowie den Zugang zu sexual- und reproduktionsmedizinischer Versorgung und verbindet diese mit dem Querschnittsziel der allgemeinen Gesundheitsversorgung einschließlich der Absicherung gegen finanzielle Risiken.

Die Planung gezielter Bemühungen und die Nachverfolgung ihrer Wirkungen erfordern vertiefte  Analysen und präzisere Daten. Die WHO und andere internationale Organisationen versuchten,  dieser Notwendigkeit Rechnung zu tragen, indem sie aktuelle Studien und verbesserte Datenbanken erstellten. Auch wir wollen einen Beitrag leisten. Daher haben wir die inhaltliche Ausrichtung und methodische Vorgehensweise unserer Analysen der Finanzierungsleistungen für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich dem neuen Zielsystem entsprechend weiterentwickelt. Indem wir die verschiedenen Ergebnisse zusammenbringen, erhalten wir ein realitätsnahes und differenziertes Bild der politisch-ökonomischen Bedingungsfaktoren der globalen Gesundheit besonders im Hinblick auf die benachteiligten Länder und Bevölkerungsgruppen.  

Fatale Lücken der allgemeinen Gesundheitsversorgung 

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Methodik entwickelt, um die Fortschritte bei der Verwirklichung der allgemeinen Gesundheitsversorgung zu bewerten. Diese beruht auf der Erfassung  von 16 Leitindikatoren, die sich an den genannten Unterzielen orientieren sowie die Verfügbarkeit von Krankenhäusern, Fachkräften und Medikamenten einbeziehen. Daraus errechnet sich ein Gesamtindex, der den erreichten Deckungsgrad auf einer Skala von 0 bis 100 misst. Zwar hat die Weltgemeinschaft im Zuge der Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele beachtliche Verbesserungen der Gesundheitsversorgung erreicht, aber noch immer wird einem großen Teil der Weltbevölkerung der Zugang zu lebenswichtigen Diensten vorenthalten. Das Diagramm verdeutlicht die enormen Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern. Nicht aufgeführt sind die wirtschaftlich privilegierten Staaten, wo die Bemessungsgröße meist bei 80 und darüber liegt. Zugleich sind ausgeprägte Differenzen innerhalb der einzelnen Länder festzustellen, da der Deckungsgrad beim reichsten Fünftel der Bevölkerung typischerweise mehr als vier Mal höher ausfällt, als unter den 20 Prozent ärmsten Haushalten. Es wird auch deutlich, dass die Versorgung mit essenziellen Gesundheitsdiensten eine wesentliche Voraussetzung darstellt, um eine vorzeitige Sterblichkeit abzuwenden. Zusammen mit der Verbesserung gesundheitsrelevanter  Lebensverhältnisse, der strukturellen Prävention zentraler Gesundheitsrisiken und der Beendigung bewaffneter Konflikte ist sie entscheidend, um die Überlebenschancen der Menschen zu erhöhen und damit die wohl wichtigste Dimension der sozialen Ungerechtigkeit anzugehen.

Zum vollständigen Bericht von Joachim Rüppel, Vorstand und Sprecher_innenkreis, Aktionsbündnis gegen AIDS, geht es hier:

Aktionsbündnis gegen AIDS, 2018