„Leben vor Pharmaprofit! Patente können tödlich sein.“: Pharmakonzerne nehmen Protestnote und Forderungen entgegen
BERLIN. Zum diesjährigen Welt-Aids-Tag am 1. Dezember hat das Aktionsbündnis gegen AIDS mit einer symbolischen Aktion lebenswichtige Aids- Medikamente aus dem Würgegriff der Patente befreit und Medikamentenkapseln in den Berliner Himmel aufsteigen lassen.
VertreterInnen der Pharmakonzerne Abbott, Bristol-Myers Squibb und der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller nahmen über 28.000 Unterschriften entgegen, die das Aktionsbündnis gegen AIDS in der Kampagne „Leben vor Pharmaprofit! Patente können tödlich sein.“ im letzten Jahr gesammelt hatte. Die UnterzeichnerInnen unterstützten das Aktionsbündnis gegen AIDS mit der Forderung an die Pharmafirmen ihre in Indien gestellten Patentanträge auf neuere Aids-Medikamente zurückzuziehen. Bisher gab es dort kaum Patente in diesem Bereich. So war es möglich, dass die Preise für die erste Therapielinie von 10.000 US-Dollar pro Jahr auf 87 US-Dollar gesunken sind. Bei neueren Produkten, die inzwischen für Folgetherapien eingesetzt werden müssen, sind die Preise hingegen um ein vielfaches höher.
Würden Patente in Indien für neuere Aids-Medikamente erteilt, verhindert dies die Produktion und Vermarktung von preisgünstigen Generika. Für Menschen im globalen Süden hätte dies fatale Folgen, denn im Laufe der nächsten Jahre werden Millionen PatientInnen neure und effektivere Medikamente brauchen. Die betroffenen Länder benötigen deutlich niedrigere Preise bei diesen Medikamenten, um den Zugang zur lebenslangen Therapie sicherzustellen. Nur der Wettbewerb mehrerer Hersteller reduziert die Medikamentenpreise wirksam und dauerhaft.
In den vergangenen Monaten hatte das Aktionsbündnis gegen AIDS im Rahmen seiner Kampagne „Leben vor Pharmaprofit! Patente können tödlich sein.“ bundesweit über die Patentpolitik der Pharmakonzerne informiert und auf deren verheerende Auswirkungen für Menschen mit HIV und Aids in Entwicklungsländern hingewiesen.




