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„Es geht um Menschen, nicht um Krankheiten!"

Am 17. Mai 2017 traf sich UNAIDS-Direktor Michel Sidibé mit Gesundheitssenatorin Dilek Kolat und Vertreter_innen der Deutschen AIDS-Hilfe, Berliner AIDS-Hilfe und des Aktionsbündnis gegen AIDS.

Das Gespräch drehte sich um das Erreichen der 90-90-90-Ziele und Strategien auf dem Weg zu einem Ende von Aids auf der lokalen bis zur globalen Ebene. Michel Sidibé betonte, dass in der Bewältigung der Aids-Epidemie schon viel erreicht worden ist, was sich eindrucksvoll daran zeigt, dass wir – in Deutschland – nicht mehr über Überleben, sondern über Lebensqualität mit HIV reden. Dennoch, betonte er, ist es noch nicht geschafft und auf den letzten Metern ist Durchhaltevermögen gefragt: Der Abbau von Diskriminierung spielt eine zentrale Rolle bei der Erreichung des globalen Ende von Aids.

Gesundheitssenatorin Dilekt Kolat betonte die Top-Priorität der Beendigung von Aids. Berlin ist Teil der fast-track-city-Intiative und bekennt sich zu den 90-90-90-Zielen der UN. Der Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung spielt eine zentrale Rolle für das Erreichen der Ziele.

Ute Hiller, Geschäftsführerin der Berliner AIDS-Hilfe, betonte die Bedeutung der lokalen Projekte für die Vermeidung von Aids durch frühe HIV-Diagnose und Behandlung. Insbesondere muss die PrEP (Preexpositions-Prophylaxe) allen zugänglich sein – hierfür muss das Thema Medikamentenpreise angegangen werden. Beispielsweise von Großbritannien kann Deutschland hier lernen.

Silke Klumb, Geschäftsführerin der Deutschen AIDS-Hilfe, stellte die neue Kampagne „Kein AIDS für alle" vor. Um das Ziel zu erreichen, Aids in Deutschland bis 2020 zu beenden, muss der Fokus auf die gerichtet werden, die bis jetzt zurückgelassen wurden: Diejenigen, die aufgrund einer späten Diagnose an Aids erkranken. Für das ambitionierte Ziel sind die PrEP und die medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere von besonderer Relevanz.

Astrid Berner-Rodoreda vom Aktionsbündnis gegen AIDS betonte, dass die Ermöglichung der lebenslangen Behandlung für alle HIV-Positiven weiterhin eine große Herausforderung bleibt. Viele Menschen wissen nichts von ihrer HIV-Infektion, neuere Präparate und benötigte Diagnostika stehen vielfach nicht kostengünstig zur Verfügung. Deutschland muss daher dazu beitragen, dass die Handlungsempfehlungen der Vereinten Nationen zur frühestmöglichen HIV-Therapie und zum Zugang zu Medikamenten nicht nur in Deutschland, sondern überall Wirklichkeit werden. Alle Menschen haben ein Recht auf Prävention und Behandlung. Auch müssen Regierung und Zivilgesellschaft zur Überwindung von Stigma und Diskriminierung weltweit beitragen. Das G20-Treffen der Gesundheitsminister biete eine gute Gelegenheit, Worten Taten folgen zu lassen und gemeinsam auf ein Ende von Aids hinzuarbeiten. Um global zu einem Ende von Aids beizutragen, müsse Deutschland seinen Beitrag für die weltweite HIV-Bewältigung insgesamt und seine Unterstützung für UNAIDS im Besonderen auf ein faires Niveau anheben.

Anschließend an das Gespräch fand ein Treffen zwischen Michel Sidibé und Community-Vertreter_innen statt.

Zur gemeinsamen Pressemitteilung.

Aktionsbündnis gegen AIDS, 2017