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Aktionsbündnis „Gedenktag für die verstorbenen Drogenabhängigen Stuttgart“: Ein Baum zum Gedenken an die Drogentoten
Pressemitteilung: Am 4. November wird auf dem Karlsplatz in Stuttgart um 16.30 Uhr ein Kastanienbaum gepflanzt. Die Aktion wurde initiiert im Rahmen des bundesweiten Gedenktags für die verstorbenen Drogengebraucherinnen und -gebraucher am 21. Juli.
Das Aktionsbündnis „Gedenktag für die verstorbenen Drogenabhängigen Stuttgart“:
- AIDS-Hilfe Stuttgart e.V.
- Caritasverband für Stuttgart e.V.
- Die Brücke e.V. - Verein für Menschen am Rande
- JES – Junkies, Ehemalige, Substituierte Stuttgart e.V.
- LAGAYA - Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen e.V.
- LEDRO - Leben mit Drogenkranken
- release Stuttgart e.V.
- Stricher Impfkonzept beim Gesundheitsamt Stuttgart
Der ehemalige Vorsitzende des Selbsthilfevereins JES Stuttgart (Junkies, Ehemalige und Substituierte) Roland Baur regte an, dem Beispiel anderer Städte wie Frankfurt, Berlin und Wuppertal zu folgen und einen Gedenkort für Drogentote zu schaffen.
Die Bezirksvorsitzende des Bezirks Stuttgart-Mitte Veronika Kienzle schlug vor, dieses Vorhaben mit einer Baumpflanzung zu verbinden, und ermöglichte das Vorhaben, indem sie den stellvertretenden Amtsleiter Volker Schirner vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt Stuttgart von diesem Anliegen überzeugte.
Der Baum als altes Symbol für Leben soll zeigen, dass die Drogenproblematik nicht verdrängt werden soll. Der Karlsplatz als zentraler Ort der Landeshauptstadt eignet sich gut für diese Aktion, zumal sich hier früher auch einmal die „Szene“ getroffen hat. „Das Gedenken an die Verstorbenen“, sagt Baur, „ist uns als JES genauso ein Anliegen wie der Hinweis auf die Lebenssituation von Junkies und Substituierten heute. Das schließt das Recht auf ein würdevolles Leben mit ein.“ Der Baum soll von daher ein Mahnzeichen sein, in Zukunft zu verhindern, dass weiterhin Menschen in Folge ihrer Drogenabhängigkeit sterben. Im Jahr 2008 waren das in Baden-Württemberg immerhin noch 192 Menschen.
Der neue Kastanienbaum auf dem Karlsplatz wird anstelle eines abgestorbenen Baumes gepflanzt und vervollständigt damit wieder die Reihe. Veronika Kienzle sieht darin auch ein politisches Zeichen, denn auch die Drogenkranken gehören zur Gesellschaft. Die JES-Initiative Stuttgart freut sich, dass ein lang geplantes Vorhaben ihres ehemaligen Vorsitzenden damit nun Wirklichkeit wird. Durch die tägliche Arbeit als Streetworker und Berater an den sozialen Brennpunkten in der Innenstadt wissen die beiden jetzigen Vorsitzenden Markus Auer und Kirsten Ludwig, welche Sorgen und Probleme Drogengebraucher gerade belasten. An erster Stelle steht immer noch eine gesellschaftliche Abwertung und Diskriminierung, teilweise auch Kriminalisierung, ihrer Erkrankung. Der Baum steht an dieser Stelle symbolisch für die Würde und den Respekt gerade dieser Mensche.
- Thomas Kleine
Seelsorger für aids- und drogenkranke Menschen
- Markus Auer/Kirsten Ludwig
JES-Initiative Stuttgart









