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14.07.2009 20:52 Alter: 3 Jahre

Novartis verliert Patentstreit in Indien um Krebsmedikament

Kategorie: Aktionsbündnis, International

 

Der Pharmakonzern Novartis hat in Indien den Patentstreit um das Leukämie-Medikament Glivec verloren. Glivec erhält in Indien keinen Patentschutz. Das Aktionsbündnis gegen Aids begrüßt dieses Urteil - ein Kommentar unseres FK-Pharmavorsitzenden Albert Petersen.

Der Pharmakonzern Novartis hat nicht hinnehmen wollen, dass Indien ein Patentantrag für ein Krebspräparat ablehnte. Der Konzern ließ nicht locker, er ging zum Angriff über und reichte eine Doppelklage ein: einmal gegen die Ablehnung ihres Antrages und zum anderen gegen die Rechtmäßigkeit des Paragraphen 3d des indischen Patentrechtes. Dieser besagt, dass nur wirklich innovative, d.h. neue Präparate Patente erhalten können.

Annähernd eine halbe Millionen Menschen weltweit stärkten mit ihrer Unterschrift die indische Regierung in diesem Machtkampf. Am 6. August 2007 wies das hohe Gericht der Stadt Chennai die Klage ab. Novartis ließ nicht locker, schließlich winkt mit den rund 25.000 Personen, die allein in Indien an Blutkrebs erkranken und dieses Präparat benötigen, ein großer Markt.

Der Verkaufspreis in Indien liegt bei 26.000 US Dollar pro Jahr während die generische Alternative für 2100 US Dollar angeboten wird Healthy Skepticism, 27.4.2007). Bei Patenterteilung wäre diese günstige Alternative für die Patienten nicht mehr verfügbar.

Am 6. Juli entschied nun das indische Inellectual Property Appellate Board (Ipab), den Patentantrag endgültig abzulehnen.

Durch dieses Urteil hat der indische Staat Stärke bewiesen und das Recht der Bürger auf eine Gesundheitsversorgung, die lebenswichtige Arzneimittel mit einschließt, gestärkt.

Das Aktionsbündnis gegen Aids sieht nun Chancen, dass die Patentanträge für drei lebenswichtige HIV/Aids Präparate von Abbott, Gilead und BMS ebenfalls von den indischen Behörden zurückgewiesen werden. Das AgA appelliert deshalb erneut an diese drei Firmen, von sich aus die Anträge zurückzunehmen.