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Workshop Liebe & Sexualität und Aids als Thema der Jugendarbeit

Der Workshop für Jugendmitarbeiter stieß auf große Resonanz

Am Ende reichten die 35 Kirchentagshocker nicht mehr aus, um jedem Interessierten einen Sitzplatz zu ermöglichen. Auf viel Interesse stießen Ulla Fricke und Matthias Börner mit ihrem Workshopangebot für Menschen, die mit jungen Leuten arbeiten.

Inhaltlich ging es hier weniger um Fakten zum Thema HIV und AIDS, als vielmehr um die Art der Vermittlung. Matthias Börner, der die ökumenische Werkstatt Wuppertal leitet, kennt das Problem. Als Referent wird er gebucht, um Jungs und Mädchen zwischen 13-18 Jahren etwas über Liebe, Sexualität und AIDs zu erzählen. Kreative Ansätze sind gefragt, wenn pubertierende Jugendliche sich darauf einlassen sollen. Genau diese Ansätze, also Warmup-Spiele, Gruppenarbeit und Lernimpulse wurden im Workshop vorgestellt.

Da mussten die Teilnehmer selber überlegen, welche Pappkärtchen es auf das Rettungsschiff (Versorgung mit Medikamenten)  schaffen. Oder welche Übertragungswege von HIV Aids im globalen Kontext am häufigsten vorkommen. Immer wieder konnte Matthias Börner dabei Beispiele einbringen. „Da gibt es die Jungs, die sich mit Vorliebe hinter ihrer harten Sprache verstecken. Bei ihnen wird das männliche Geschlechtsorgan zum „Nahkampfstachel“. In der Gruppenarbeit merken sie dann, was die Mädchen an einem solchen Begriff stört. Ohne das wir mit dem Zeigefinger von oben eingreifen.“

Die Teilnehmer zeigten sich nicht nur interessiert und amüsiert, sondern wollten das Erprobte am liebsten direkt in die Praxis umsetzen. Wie motiviere ich eine Gruppe von 15jährigen überhaupt mitzumachen? Was für Bücher können mich vorbereiten? Auch die Rolle der Kirchen, etwa in Afrika, wurde von den Teilnehmern diskutiert. Der Fachkreis Kinder und AIDS, der den Workshop initiiert hatte, zeigte sich hoch zufrieden. „Wir hatten mit höchsten 30 Leuten gerechnet. Das es am Ende knapp 50 waren, ist ein schöner Erfolg,“ so Ulla Fricke vom FK. 

  • Ulla Fricke
    Referentin Öffentlichkeitsarbeit, Don Bosco Mission

Die Agenda

HIV/Aids kommt vor in Deutschland. Als statistische Zahl steigender Neuinfektionen oder als Bildungsthema im Schulunterricht, meist nüchtern medizinisch oder zur Vervollständigung des Bildes der Entwicklungs- und Wirtschaftsproblematik in Afrika.

Selten aber gelingt es, das Thema mit den Erfahrungen und der Lebenswirklichkeit Jugendlicher in Deutschland zu verbinden. Dieser Workshop wird erfahrungsorientierte, praktische Methoden vorstellen, mit denen dies gelingen kann. Ziel ist es, (Berührungs-) Ängste zu Menschen, die mit HIV/Aids leben, abzubauen und zugleich Fachkompetenzen zum eigenen Schutz aufzubauen. Es werden Methoden vermittelt, um die Sprachfähigkeit der Jugendlichen zu Liebe und Sexualität zu erweitern und sie zu befähigen, Grenzen (in der Sexualität) zu setzten und zu akzeptieren.

Nicht zuletzt ist es Anliegen, die komplexen sozialen und ökonomischen Zwänge, die in wirtschaftlich armen Ländern die Ausbreitung von HIV/Aids begünstigen, zu verstehen, um Vorverurteilung zu verhindern. Die vorgestellten Methoden nehmen Erfahrungen aus Afrika und Asien auf und sind in der Konfirmanden- und Schülerarbeit des Centre for Mission and Leadership Studies der Vereinten Evangelischen Mission über 10 Jahren erprobt und verbessert worden.

  • Matthias Börner, Studienleiter Center for Mission and Leadership Studies, Vereinte Ev. Mission, Wuppertal
  • Ulla Fricke, Referentin Öffentlichkeitsarbeit Don Bosco Mission, Bonn
  • Donnerstag, 13. Mai 2010, 14.00-15.30
  • Technische Universität, Immatrikulationshalle, Arcisstr. 21 (700 / a3)

Die Präsenz des Aktionsbündnis gegen AIDS auf dem ÖKT wird finanziell unterstützt von