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"10 Jahre Aktionsbündnis gegen AIDS" - unsere Jubiläumspublikation über die Entstehung und Geschichte des Aktionsbündnisses -  viel Freude bei der Lektüre!

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ACTA und EU-Indien Abkommen

Das sogenannte „Anti-Counterfeiting Trade Agreement" (ACTA) und das EU-Indien Freihandelsabkommen könnten die Gesundheitssituation in armen Ländern verschlechtern. Wenn sie in Kraft treten, könnten sie den rechtmäßigen Handel mit Generika –qualitativ gleichwertigen Nachahmerpräparaten – gefährden und damit den Zugang zu bezahlbaren Medikamenten behindern.

Das Leben von vielen Menschen in armen Ländern ist vom Zugang zu Generika abhängig. Maßnahmen in beiden Handelsabkommen könnten zu einer Stärkung der Position von Originalherstellern und zu einer Abschreckung von Generika-Produzenten führen. Dies sorgt letztlich für höhere Preise, die für Viele nicht bezahlbar sind.

Doch worum geht es ganz konkret? Und wie ist der Stand der Abkommen? 

Problematisch bei ACTA

  • Zollabfertigung: Es besteht die Gefahr, dass Medikamentenlieferungen für Entwicklungsländer fälschlicherweise aufgehalten werden, wenn sie im Verdacht stehen Marken- und sonstige Rechte zu verletzen. Zollbehören würden mit Rechten ausgestattet, die oftmals ihre Kompetenzen übersteigen dürften. Lieferverzögerungen und mögliche Versorgungsengpässe können für Patientinnen und Patienten lebensgefährlich sein.
  • Schadensersatz: ACTA sieht unverhältnismäßig hohe Schadensersatzforderungen vor. Dies betrifft bei potentiellen Rechtsverletzungen nicht nur den Hersteller, sondern auch sogenannte Dritte, wie Zulieferer oder Händler.
  • Informationsschutz: Bereits im Verdachtsfall ist der Informationsschutz gelockert. Orginalhersteller hätten so leichter Zugriff auch vertrauliche Informationen - nicht nur über den Hersteller, sondern auch über  Dritte, wie z.B. Zulieferer oder Händler.

Problematisch beim EU-Indien Freihandelsabkommen

  • Investitionsschutz: Ausländischen Unternehmen soll ermöglicht werden, die indische Regierung vor Schiedsgerichten verklagen zu können, wenn profitmindernde politische Entscheidungen getroffen werden - auch wenn sie dem Schutz der öffentlichen Gesundheit dienen und nach bisherigem Recht legal sind.
  • Datenexklusivität: Das Aktionsbündnis gegen AIDS befürchtet, dass die EU versucht sogenannte Datenexklusivität in das Abkommen aufzunehmen. Das würde bedeuten, dass teure klinische Medikamenten-Studien wiederholt werden müssten, obwohl den Zulassungsbehörden die Daten bereits vom Originalhersteller vorliegen. Dies ist nicht nur unethisch und treibt unnötigerweise Generikapreise in die Höhe, sondern sorgt auch dafür, dass Generika erst Jahre später auf den Markt kommen. 

Der Stand bei ACTA

+++ Update Juli 2012

Ziel erreicht! Am 4. Juli wurde ACTA im Europäischen Parlament mit großer Mehrheit abgelehnt. Großes Dankeschön an die tausenden von AktivistInnen, die das möglich gemacht haben. Hier unsere Pressemitteilung

+++ UPDATE Juni 2012

Das EU Parlament wird vorrausichtlich im Juli 2012 über ACTA abstimmen.

Der Innenausschuss, der Rechtsausschuss sowie der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des EU Parlaments haben sich am 31. Mai gegen ACTA ausgesprochen.

Nach Anhörung im deutschen Petitionsausschuss, bestätigte der parlamentarische Staatsekretär Max Stadler am 7. Mai, dass die Bundesregierung vorerst keine Unterzeichnung des ACTA-Abkommens plant.

David Martin, Berichterstatter EU Parlament zu ACTA hat am 12. April dem EU Parlament  empfohlen gegen ACTA zu stimmen.

+++ UPDATE März 2012

ACTA tritt in Kraft, wenn bis Mai 2013 mindestens sechs Vertragsstaaten das Abkommen ratifiziert haben. Für die EU müssen das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten zustimmen. Nach weltweiten Protesten gegen ACTA haben einige Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, die Unterzeichnung des Abkommens vorerst verschoben. Einen Termin für eine Abstimmung im Europäischen Parlament gibt es noch nicht.

  • Das Aktionsbündnis gegen AIDS fordert ACTA nun komplett zu stoppen. 

Der Stand beim EU-Indien-Freihandelsabkommen

Vom 10. – 12.2.2012 fand in Neu Delhi, Indien, ein Gipfel zwischen der EU und Indien statt, bei dem das Freihandelsabkommen weiter verhandelt wurde. In Kürze wird hier ein Update zum aktuellen Stand zu finden sein.

Weitere Materialien

  • Factsheet zu Auswirkungen von ACTA auf den Zugang zu Generika. Aktionsbündnis gegen AIDS
    •  April 2012
    • PDF, deutsch
    • Ziel des Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) soll die Bekämpfung von Produktpiraterie sein. Tatsächlich stellt der Vertrieb gefälschter Medikamente eine ernste Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. In seiner jetzigen Form hätte ACTA aber auch gefährliche Auswirkungen auf den Zugang zu qualitätsgeprüften, wirkstoffgleichen, legal hergestellten und kostengünstigeren Kopien von Originalmedikamenten (sog. Generika). ACTA stellt damit eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar.
    • erstellt vom Aktionsbündnis gegen AIDS in Zusammenarbeit mit der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen

Link-Infosammlung zu ACTA

Link-Infosammlung zum EU-India Freihandelsabkommen